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Übergeordnete
Zielsetzung
Die
Untersuchungen werden im Rahmen des Projektes „Nachhaltige
Entwicklung von Waldlandschaften im Nordostdeutschen Tiefland
(NEWAL-NET) das Modul D für Komplex I liefern. Dabei werden
- die
an repräsentativen Waldstandorten in der Mecklenburgischen
Kleinseenplatte erarbeiteten ökologischen Erkenntnisse
über
die Struktur- und Habitatnutzung der Wirbeltierfauna (Vögel
und
Säugetiere) unter Einbeziehung von Kenntnissen über
die
Phytodiversität und Selbstorganisation des Waldes
(Teilvorhaben B)
auf die Landschaftsebene der Modellregion im Biospärenreservat
Schorfheide-Chorin übertragen,
- die
Reaktion von Habitatmodellen ausgewählter Vogel- und
Säugetierarten auf die komplexen Auswirkungen verschiedener
Landnutzungs- und Umweltszenarien hin analysiert. Ziel ist es, nicht
nur die unmittelbaren, sondern insbesondere auch die über
räumliche Wechselwirkungen vermittelten Wirkungen von
Wäldern
in der Landschaft zu quantifizieren und Vorschläge
für eine
Optimierung zu liefern.
Aus
diesen Zielvorstellungen ergibt sich ein direkter Bezug zu den Zielen
des Förderprogrammes „Zukunftsorientierte
Waldwirtschaft“, wobei der Hauptschwerpunkt des Teilvorhabens
in
der Bereitstellung naturschutzfachlicher Grundlagen gesehen wird.
Einzelzielsetzung
Wesentliches
Element dieses Forschungsansatzes ist die Strukturanalyse der
Waldbestände und angrenzenden Landschaftselemente in
Kombination
mit vorhandenen forstwirtschaftlichen und zoologischen Daten sowie die
darauf aufsetzende Modellierung von Habitatparametern.
Grundlage
dafür sind die Ergebnisse und Daten mehrerer Teilprojekte des
BMB+F-Verbundvorhabens „Bedeutung unzerschnittener
störungsarmer Landschaftsräume für Tierarten
mit
großen Raumansprüchen – UZLAR“
(FKZ 0339541;
u.a. Klenke, Schultz & Lutze 2005, Klenke & Ulbricht
2000,
Schultz et al. 2003, Ulbricht & Klenke 1998) sowie des
Teilprojektes „Habitatansprüche,
Strukturbindung und
Raumnutzung von Vögeln und Säugetieren in
forstwirtschaftlich
genutzten und ungenutzten Kiefern- und
Buchenwäldern“ im
BMB+F Forschungsvorhabens „Bodenbiologische und
ökofaunistische Untersuchungen zur Abschätzung von
Wirkungen
des Waldumbaus im nordostdeutschen Tiefland” (FKZ
0339757,
s. Klenke et al. 2004, Tschierschke & Klenke 2002). Die
Ergebnisse
werden durch wenige gezielte Feldstudien verifiziert.
Für
das Untersuchungsgebiet in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte mit
Übergängen in die angrenzenden Naturräume
sind
zoologische und raumbezogene Daten für unterschiedliche
Skalenniveaus, vom topischen bis in den mikrochorischen Bereich
vorhanden.
Die
Analysen und Modellierungen sollen am Ende so verallgemeinert werden,
daß sie auf flächendeckend vorhandene raumbezogene
Daten der
Behörden aufsetzen und damit unkompliziert auf andere
Räume
übertragen werden können. Auf diese Weise ist ein
universeller Einsatz gewährlistet. Hierin liegen die
besonderen
Herausforderungen des Projektes. Allerdings sind damit auch
Risiken verbunden. Es ist möglich, daß sich die
Daten
für einige Fragestellungen als zu allgemein und unspezifisch
erweisen.
Die
Arbeiten erfolgen in zwei Untersuchungsgebieten einer Region, dem
östlichen Teilgebiet "Serrahn" des
Müritz-Nationalparkes mit
Teilen des Naturparkes "Feldberger Seenlandschaft" und dem
Biosphärenreservat "Schorfheide-Chorin". Infolge ihrer
relativen
Ungestörtheit, Unzerschnittenheit und naturnahen
Prägung hat
die Untersuchungsregion eine im bundesweiten Vergleich weit
herausragende Ausstattung mit Wirbeltierarten.
Ausgehend
von einem umfassenden vorhandenen Datenbestand in der Mecklenburgischen
Kleinseenplatte, der in verschiedenen vorausgegangenen Projekten
zusammengetragen wurde, werden detaillierte
Landschaftsstrukturanalysen, insbesondere auch der Waldstruktur,
fortgeführt und intensiviert, auf deren Basis Habitatmodelle
(Klenke, Schultz & Lutze 2005, Klenke 2002) für eine
Fledermausart (Mopsfledermaus Barbastella
barbastellus) und eine Spechtart (Mittelspecht Dendrocopos medius
bzw. alternativ Schwarzspecht Dryocopus
martius)
erstellt werden sollen (s.a. Klenke et al. 2004).
Darüberhinaus
wird versucht, Ansätze für die Ableitung der
Diversität
von Brutvogelgemeinschaften zu entwickeln, die auf Informationen
über die Waldstruktur und Phytodiversität (s.
Teilvorhaben B
des Waldkundeinstitutes Eberswalde) beruhen werden.
Beginnend
mit detaillierten Informationen über die Waldstruktur sowie
Vogel-
und Säugetierfauna die auf hierarchisch gegliederten
Flächen
und drei verschiedenen Skalen vorhanden sind wird mit Hilfe der Modelle
eine Übertragung auf das gesamten Untersuchungsraum in der
Mecklenburgischen Kleinseenplatte versucht, der eine Ausdehnung von
etwa 300km² hat (s. Klenke & Ulbricht 2000, Klenke et
al.
2004). Zur Verifizierung werden diese Modelle auf Daten aus dem
Hauptuntersuchungsraum des Projektes im BR Schorfheide-Chorin
übertragen.
Das Projekt ist durch fünf grundlegende
Arbeitsschritte charakterisiert:
- Analyse,
- Modellierung,
- Verifizierung,
- Visualisierung und
- Kommunikation.
In
inhaltlicher wie in räumlicher Hinsicht schließt
sich das
Teilvorhaben in idealer Weise an die vorangegangenen Untersuchungen an
und ermöglicht eine umfassende Analyse sowie eine Angleichung
des
vorhandenen Datenmaterials. Damit wird nicht nur ein umfassendes in
sich konsistentes Informationssytem geschaffen, es werden auch die
Möglichkeiten naturschutzfachlicher Analysen auf der Basis des
Datenbestandes der Behörden ausgelotet.
Literatur
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Habitatansprüche, Strukturbindung und Raumnutzung von
Vögeln
und Säugetieren in forstwirtschaftlich genutzten und
ungenutzten
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TSCHIERSCHKE,
A. & KLENKE, R. (2002): Verteilung zoologisch relevanter
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für Ökologie. 32: S. 216.
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