UZLAR

Freiraum und Naturschutz

 

UZLAR ist die Kurzbezeichnung für das Forschungsverbundprojekt „Auswirkungen und Funktion unzerschnittener störungsarmer  Landschaftsräume auf Wirbeltierarten mit großen Raumansprüchen. Das Ziel dieses Projektes war:

  • Die Erarbeitung von Grundlagen für eine naturschutzfachliche Beurteilung von   Zerschneidungen und Störungen in der Landschaft.
  • Die Ableitung von Umsetzungs- und Planungshilfen für Naturschutz und Raumordnung zur Reduzierung der Inanspruchnahme von unbebauten und unzerschnittenen Landschaftsräumen.

Das Projekt hatte eine Laufzeit von 5 Jahren (1994–1999). Es wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert (Förderkennzeichen 0339541) und durch den Projektträger Biologie, Energie, Umwelt (BEO) des Forschungszentrums Jülich GmbH, Außenstelle Berlin, begleitet.
Die wissenschaftliche und technische Projektkoordinierung lag in den Händen von Dr. A. Waterstraat, Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie e.V. Kratzeburg. Teilprojektkoordinatoren der geographischen, säugetierkundlichen, ornithologischen und ichthyologischen Schwerpunktthemen waren Prof. Dr. K. Billwitz, Prof. Dr. M. Roth, Dr. J. Ulbricht und Dr. H.-J. Spieß. Die Gesamtleitung hatte das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern.
Am Forschungsprojekt waren 13 Forschungseinrichtungen, Büros und Vereine mit insgesamt ca. 70 Mitarbeitern beteiligt und weitere Nachauftragnehmer beteiligt.

Mit dem Projekt sollten vor allem folgende Fragestellungen beantwortet werden:

  • Wie beeinflussen Raumgrößen und -strukturen die Dynamik und Dispersion von Wirbeltierpopulationen und -zönosen?
  • Wie beeinflussen Störeffekte, die durch die Zerschneidung der Landschaft ermöglicht werden, die Artenzusammensetzung und -dichte?
  • Welche popularen und genetischen Konsequenzen verbinden sich mit der räumlich-zeitlichen Trennung von Populationen unter dem Einfluß von Störpotentialen?
  • Welche Raumgrößen und -strukturen bestimmen die Habitatqualität für verschiedene Arten, und welche Populationsparameter liefern Aussagen über die Habitatqualität?
  • Wo liegen die Optima in den Raumgrößen für unterschiedliche Artengruppen und welche Abhängigkeiten bestehen von der Struktur, Lage und Fläche der trennenden Elemente?
  • Wie lassen sich die Auswirkungen von Störreizen auf Individuen und Populationen auf der landschaftsökologischen Ebene bewerten?

 

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Überblick und die wichtigsten Ergebnisse des Projektes.

 

Berichte und Publikationen

Baier, H., Erdmann F., Holz, R. & Waterstraat, A. , Eds. (2006): Freiraum und Naturschutz - Die Wirkungen von Störungen und Zerschneidungen in der Landschaft. Berlin, Heidelberg, New Yorck, Springer-Verlag: 692 S.

Klenke, R. & Ulbricht, J. (2000): Beeinflussen Zerschneidungen die Verteilung von Greifvögeln im Raum? - In: Stubbe, M. [Hrsg.]: Populationsökologie von Greifvögeln und Eulen 4: 69-99.

Klenke, R. (2002): Auswirkungen von Landschaftszerschneidungen auf die Brutvogelfauna Mecklenburg-Vorpommerns. - In: Peschel, T.; Mrzljak, J. & Wiegleb, G. [Hrsg.]: Landschaft im Wandel – Ökologie im Wandel. Verhandlungen der Gesellschaft für Ökologie 32: S. 49.

Krappe, M.; Lemcke, R.; Spieß, H.-J.; Waterstraat, A. & Winkler, H. (1996): Einfluß von Störungen und Zerschneidungen auf Neunaugenpopulationen und Fließgewässer-ichthyozönosen. - Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt und Natur Mecklenburg-Vorpommern, Heft 1/1996: 67-70

Roth M.; Walliser, G.; Henle, K.; Hertweck, K.; Binner, U.; Waterstraat, A.; Klenke, R. & Hagenguth, A. (2000): Habitatzerschneidung und Landnutzungsstruktur- Auswirkungen auf populationsökologische Parameter und das Raum-Zeit-Muster marderartiger Säugetiere.  -  Laufener Seminarbeiträge  (2): 47-64

Spieß, H.-J., Waterstraat, A., Krappe M. (1998): Analyse der Einflüsse von Zerschneidungen und Störungen auf die Populationen von Bach- und Flußneunaugen und die Fließgewässerichthyozönose im Warnow- und Tollensesystem. Endbericht zum BMBF-Verbundprojekt „Auswirkungen und Funktion unzerschnittener störungsarmer Landschafsräume auf Wirbeltierarten mit großen Raumansprüchen“, Teilprojekt 5.1: 145 S.

Waterstraat, A. (2000): Auswirkungen von Querverbauungen in Fließgewässern am Beispiel von Fischen und Rundmäulern und Ansätze zur Konfliktlösung.  -  Laufener Seminarbeiträge  (2): 85-97.

Waterstraat, A., Baier, H., Holz, R., Spieß, H.-J. & Ulbricht, J. (1996): Unzerschnittene störungsarme Landschaftsräume - Versuch der Beschreibung eines Schutzgutes. - Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt und Natur Meckl. -Vorp. 1/1996: 5-24.

Winkler, H. M., Lemcke, R., Bastrop, R., Krech. M. (1998): Analyse des Einflusses von Zerschneidungen und Störungen auf die Populationen von Bach- und Flußneunaugen und die Fließgewässerichthyozönose im Warnow- und Tollensesystem. Endbericht zum BMBF-Verbundprojekt „Auswirkungen und Funktion unzerschnittener störungsarmer Landschafsräume auf Wirbeltierarten mit großen Raumansprüchen“, Teilprojekt 5.2: 100 S.