In Mecklenburg-Vorpommern werden im Rahmen des bundesweiten Stichprobenmonitorings 5 Gewsserabschnitte des Lebensraumtyps 3260 Flsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion und 2 Kewsserabschnitte des Lebensraumtypres 3270 Flsse mit Schlammbnken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p. berwacht. Eine erste Bewertung erfolgte im Jahr 2012. 2018 erfolgt die nchste Bewertung.

Tab. 1: Liste der Fliegewsserabschnitte, die fr das Monitoring des LRT 3260 und 3270 an das BfN gemeldet wurden

LRT

Gewsser

Gewsser-system

Lage

Lnge (m)

vorkommende FFH-Arten

Bewertung 2012

3260

Nebel

Warnow

Serrahn-Kirch Rosin

6600

Bachneunauge, Steinbeier, Bachmuschel

B

3260

Ostpeene

Peene

NSG "Ostpeene" Peenehuser

5600

Steinbeier, Bachmuschel

C

3260

Schaale (Ober-Mittellauf)

Sude

Kogel bis Mndung Schilde

9000

Bach- und Flussneunauge, Westgroppe, Rapfen, Steinbeier

B

3260

Tollense

Peene

Altentreptow-Klempenow

6500

Bachneunauge, Bitterling, Rapfen, Steinbeier, Schlammpeitzger,

C

3260

Gehlsbach

Elde

Dar-Blanksee

10000

Bachneunauge, Westgroppe

B

3270

Elbe

Elbe

Rterberg

5000

Brenndolde

C

3270

Elbe

Elbe

Gothmann

3500

Brenndolde

C


Abb. 1: Lage der LRT-Monitoringabschnitte

Alle fnf durch das Land Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen des FFH-LRT-Monitorings gemeldeten Gewsserabschnitte des Lebensraumtyps 3260 sind Bestandteil des Ichthyoznosemonitorings kleiner Fliegewsser.

Fische und Neunaugen bzw. Ichthyoznosen kleiner Fliegewsser haben sich zunehmend als Indikatoren fr die kologische Funktionsfhigkeit von Gewssern herausgestellt. Diese Erkenntnis floss auch in die Forderungen der beiden europischen Richtlinien zum Schutz von Arten und ihrer Lebensrume ein. Daher wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein integrierender Ansatz fr das Fischmonitoring gewhlt, der nicht nur der berwachung ausgewhlter gefhrdeter Fischarten sondern zugleich der berwachung im Rahmen des FFH-Lebensraummonitorings (LRT 3260) in den Monitoringgewssern dient und geeignet ist, auch im WRRL- Monitoring ausgewertet zu werden. Die Ergebnisse dieses Monitorings werden vor allem fr das Bewertungskriterium Lebensraumtypische Tierarten des LRT-Bewertungschemas ausgewertet. Daneben werden die Kriterien Habitatstrukturen, Lebensraumtypisches Arteninventar der Vegetation und Beeintrchtigungen betrachtet. Die erstmalige Bewertung der Fliegewsserabschnitte nach dem LRT-Bewertungsschema erfolgt im Jahr 2012.Ursprnglich wurde das Ichthyoznosemonitoring in den Jahren 1998-2001 in 10 Fliegewssern des Landes eingerichtet (siehe Abb. 2).

Abb. 2: Lage der 10 Gewsser des Ichthyoznosemonitorings in Mecklenburg-Vorpommern (seit 2009 ohne Randow)

Zunchst fanden die Wiederholungsuntersuchungen alle zwei Jahre, seit dem Jahr 2010, alle drei Jahre statt. In allen Fliegewssern werden seitdem an mindestens 4 Monitoringsstrecken quantitative Elektrobefischungen durchgefhrt, alle 12 Jahre erfolgt eine detaillierte Habitataufnahme. Da in der Randow jedoch keine Synergieeffekte mit dem FFH- Artenmonitoring von Westroppe, Neunaugen, Bitterling, Steinbeier oder Schlammpeitzger bzw. dem WRRL- Monitoring auftraten, wurde das Monitoring in diesem Gewsser eingestellt.

Die bisher erzielten Ergebnisse der Ichthyoznosemonitorings wurden durch Waterstraat et al. (2011) einer umfassenden Auswertung unterzogen.

Zusammenfassend war festzustellen, dass fr das in unseren Gewssern vorhandene Artenspektrum gut gesicherte Angaben zu den Fangwahrscheinlichkeiten und zur Lngen-Massen-Regression ermittelt werden konnten. Fr den Zeitraum 1998-2010 konnte eine tendenzielle Zunahme der Bestandsdichte der Fischfauna in den Probeflchen festgestellt werden. Dies betraf sowohl die Zunahme der Gesamtdichte als auch des Anteils positiver gegenber negativer Trends bei einzelnen Arten. Von der Bestandszunahme waren besonders Flussbarsch, Steinbeier, Schmerle, Bitterling und Westgroppe betroffen. Signifikant negative Bestandstrends wiesen der Aal, der Dreistachlige und der Neunstachlige Stichling auf. Zwischen den Gewssern und Probeflchen wurden erhebliche Unterschiede in der Entwicklung der Bestandsdichte und Biomasse festgestellt, die zumeist auf kologischen Vernderungen oder unterschiedlichen Beeintrchtigungen beruhen.

In den Monitoringgewssern konnte erstmals ein Vergleich der Bewertung des Parameters lebensraumtypische Tierarten der FFH-RL und der Fischbewertung nach WRRL (fiBS) zwischen den Perioden 2001-2006 und 2007-2010 vorgenommen werden. Fr beide Parameter wurden keine wesentlichen Vernderungen zwischen den Zeitrumen festgestellt.